NKS

Projekte

Lebenshilfe

Die Nikolaus Koch Stiftung unterstützt seit vielen Jahren die im ehemaligen Regierungsbezirk Trier angesiedelten Lebenshilfe-Einrichtungen in Bitburg, Daun, Trier und Trier-Saarburg.

Die Lebenshilfe begleitet bundesweit Menschen mit geistiger Behinderung in ihrem Bemühen, ein gleichberechtigtes Leben in der Gesellschaft zu führen und macht sich dabei für die barrierefreie Gestaltung aller Lebensbereiche stark. Sie versteht sich als eine solidarisch agierende Selbsthilfeorganisation und stellt umfassende Angebote der Beratung und Betreuung sowie differenzierte Einrichtungen und richtungsweisende Projekte zur Verfügung.

Lebenshilfe Bitburg
In Bitburg wurden in den Jahren 1998/1999 mithilfe der Nikolaus Koch Stiftung der Ausbau des Dachgeschosses in der integrativen Kindertagesstätte (zwei neue Gruppenräume sowie ein Therapieraum) ermöglicht. Somit konnte durch die finanzielle Unterstützung die Anzahl der Plätze in der Kindertagesstätte erhöht werden. In den Gruppenräumen sind derzeit eine integrative Kindergartengruppe mit zehn Regelkindern und fünf Kindern mit Behinderung und Beeinträchtigung sowie eine heilpädagogische Gruppe mit acht Kindern mit Behinderung und Beeinträchtigung untergebracht. Der Therapieraum wird von allen Gruppen der integrativen Kindertagesstätte genutzt.

Lebenshilfe Daun
Auch für die Lebenshilfe Daun beteiligte sich die Nikolaus Koch Stiftung an den Kosten eines Anbaus des seit bereits 1983 bestehenden Wohnheimes in Gerolstein im Jahr 1999/2000. Der Alterungsprozess der Bewohnerinnen und Bewohner und die Bildung einer Seniorengruppe sowie das geringer werdende Interesse der älteren Menschen an Freizeitaktivitäten in der Stadt erforderten die realisierten Baumaßnahmen. In dem Anbau befinden sich seitdem sowohl ein Mehrzweckraum als auch verschiedene Einzeltherapieräume. Dabei wird der Mehrzweckraum z. B. als gemeinsamer Treffpunkt der Bewohnerinnen und Bewohner und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als Besprechungsraum, für die Durchführung von Freizeitangeboten oder das gemeinsame Feiern von Festen genutzt.

Lebenshilfe Trier
Im Jahr 2001 konnte die Lebenshilfe Trier das Gelände der Ursulinen mit der integrativen Kindertagesstätte, welche die Lebenshilfe dort schon seit 1984 betrieb, u. a. durch die finanzielle Unterstützung der Nikolaus Koch Stiftung erwerben. Durch Renovierung und Neugestaltung der Anlage war zudem die Möglichkeit für eine spätere Erweiterung gegeben. Auch nach dem Kauf fördert die Nikolaus Koch Stiftung die Einrichtung weiterhin: So ermöglichte sie die Schaffung einer integrativen Krabbelgruppe, den Umbau der Küche und unterstützt darüber hinaus regelmäßig Förderangebote. Heute besuchen 15 Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie 30 nicht behinderte Kinder die integrative Kindertagesstätte.

Lebenshilfe Trier-Saarburg
Durch die finanzielle Unterstützung der Nikolaus Koch Stiftung im Jahr 1996 entstand mit dem Lebenshilfehaus Peter Zettelmeyer in Konz eine Einrichtung, die für die Integration und Akzeptanz der Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses im Stadtbild sorgte. Das Ziel der lebensumfassenden Betreuung und Förderung konnte damit verwirklicht werden. Mit der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, der Tagesförderstätte zur Betreuung und Förderung von schwerst-mehrfachbehinderten Menschen und den entsprechenden Einrichtungen zugeordneten Wohnheimen, welche sämtlich unter dem Dach des Lebenshilfehauses sind, werden in Konz insgesamt 170 Betreuungsplätze in vier voneinander unabhängigen Einrichtungen für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung bereitgestellt.

Regionale Beratung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband RLP e.V. in Trier

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. (DMSG) ist Fachverband und Selbsthilfeorganisation für an Multipler Sklerose (MS) erkrankte Menschen und ihre Angehörige.

Multiple Sklerose ist eine Krankheit, die die Nervenbahnen im Gehirn und Rückenmark befällt. Das Erscheinungsbild der Krankheit ist sehr vielschichtig und die Funktionsausfälle und der Verlauf sind sehr unterschiedlich. Wenn jemand erfährt, dass er an MS erkrankt ist, kommt in der Regel eine ganze Flut von Emotionen auf: Angst, Verzweiflung, Ärger oder Depression. Dies zeigt, dass MS nicht nur eine körperliche Erkrankung ist, sondern auch eine seelische. Hier versucht die DMSG frühzeitig Unterstützung und Hilfe für die Betroffenen anzubieten, so auch in der Region Trier.

Die Beratung in der Region Trier wird durch eine hauptamtliche Mitarbeiterin der DMSG (halbe Stelle) gewährleistet. Dazu gehört auch die mobile Beratung bei den Menschen vor Ort. Zusätzlich arbeiten unter dem Dach der DMSG derzeit 11 Selbsthilfegruppen in der Region Trier.

Ziel des Verbandes ist es, den MS-Erkrankten zu helfen, die Folgen ihrer Erkrankung zu bewältigen und ihnen – trotz Behinderung – ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben in der Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen. Hierzu gehört auch die Sicherstellung der bestmöglichen medizinischen, rehabilitativen und psychosozialen Versorgung. Angesprochen werden alle MS-Erkrankten, aber auch deren Angehörige, Freunde und alle sozialen Kontakte.

Insgesamt leben in der Region fast 400 Mitglieder der DMSG. Hinzu kommen in etwa noch einmal so viele MS-Erkrankte, die nicht Mitglied der DMSG sind, welche aber auch die Gruppen und die zuständige örtliche Beratung aufsuchen. Pro Jahr gibt es neben ca. 200 Beratungsgesprächen und über 100 Treffen der örtlichen Selbsthilfegruppen zwischen zehn und 15 Vortragsveranstaltungen.

Durch das Anerkennen und Akzeptieren der Erkrankung steigt die Lebensqualität bei den Betroffenen wieder. Sie lernen, konstruktiv mit der Erkrankung und deren Symptomen umzugehen und nehmen wieder aktiver am gesellschaftlichen Leben teil.

Nestwärme e.V. Deutschland – Resilienz stärken

Das unabhängige Sozialunternehmen nestwärme e. V. Deutschland engagiert sich seit 1999 für belastete Familiensysteme, in denen schwerstkranke oder beeinträchtigte Kinder zu Hause betreut werden. Die Familien sind mit Erkrankungen wie Diabetes, emotionalen Störungen wie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Entwicklungsstörungen wie Autismus bis hin zu Schwerstbehinderungen konfrontiert. Dadurch ist das gesamte Familiensystem großen Herausforderungen ausgesetzt. Mit einer dauerhaften Belastung steigt auch die Gefahr der psychischen Instabilität für alle Betroffenen.

Der Verein leistet konkrete Hilfe in Form von Beratung und Betreuung und gibt damit den Familien die Kraft, sich jeden Tag die lebensnotwendige Nestwärme zu schenken. Dies erreicht nestwärme unter anderem dadurch, dass ein Netzwerk von ehrenamtlichen „ZeitSchenkern“, ein Kinderkompetenzzentrum zu Pflege, Pädagogik und Bildung sowie eine inklusive Kinderkrippe aufgebaut wurden. Ein wichtiger Baustein der Angebote ist die Bildungsreihe Resilienz. Familien mit beeinträchtigten Kindern, Fachkräfte sowie ZeitSchenker aus der Region können daran teilnehmen. Sie stärken das Immunsystem ihrer Seele, um den komplexen Lebenssituationen selbstbestimmter zu begegnen.

Im Jahr 2014 konnte dieses Projekt entwickelt werden und für Betroffene starten.

Durchgeführt wurden:
• 2016: eine eintägige Pilotveranstaltung (25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer), ein Infoabend (23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) und ein Practitioner-Kurs (19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer)
• 2017: drei Infoabende (60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer), zwei Practitioner-Kurse (38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer) und ein Trainer-Kurs (20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer)

 

 

 

 

 

Aus dem zweiten und dritten Kurs ist jeweils eine Gruppe entstanden, die sich weiterhin regelmäßig trifft, um Wissen auszutauschen und das Gelernte gemeinsam zu vertiefen und zu üben. nestwärme dient den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als Ansprechpartner für Fragen und Supervision.

Unabhängig von Vorwissen, Alter oder Geschlecht konnte bei den Teilnehmern der bisher in der Region Trier durchgeführten Resilienz-Practitioner-Kurse eine positive Wirkung bzgl. Kenntnissen, Handeln bzw. Anwendung der resilienzfördernden Instrumente festgestellt werden.

Projektstudie zum Schattentheater der Levana-Schule Schweich

Das Schattentheater der Levana-Schule, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung, wurde 1992 in Schweich gegründet. Zum Repertoire des Theaters, welches von Schülerinnen und Schülern mit Handicap aufgeführt wird, gehören Figurenschattenspiele, Menschenschattentheater, experimentelles Objekttheater und Site-Specific-Works. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren unterstützte die Nikolaus Koch Stiftung eine wissenschaftliche Untersuchung zum Schattentheater.

In einer Kooperation mit dem Institut für angewandte Theater- und Medienwissenschaft der Universität Erlangen/Nürnberg sollte aufgezeigt werden, welche inklusiven Möglichkeiten des gemeinsamen Lernens sich auftun, wenn entsprechende Lernfelder und Lernmöglichkeiten außerhalb des normalen Schullebens bereitgestellt werden.

Insgesamt waren an der Projektstudie 30 Levana-Schülerinnen und -Schüler und 15 Studierende beteiligt. Alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler entwickelten sich außerordentlich positiv, wurden selbstbewusste Persönlichkeiten, die ihr Können stolz präsentierten und nachhaltige Freundschaften mit den am Projekt beteiligten Studenten aufrechterhalten. Zu den Aufführungen kamen insgesamt 600 Zuschauer und das Projekt wurde darüber hinaus durch die gleichnamige Publikation weit verbreitet.

Mehr als 160 Schülerinnen und Schüler mit Handicap haben bis heute im Schattentheater mehr als 23.000 Zuschauern ihr Können dargeboten.

 

AMME: Musikprojekt für Menschen mit geistiger Behinderung

Selbst musizieren, ein Musikinstrument spielen, singen oder tanzen dient der Entwicklung der Persönlichkeit in verbalen, mentalen, motorischen und seelischen Belangen und der Teilhabe in der Gesellschaft. Dies trifft auch oder besonders bei Menschen mit geistiger Behinderung zu. Letzteres wurde jedoch bisher von Politik sowie Verbänden und Schulen weitgehend vernachlässigt.

Als gemeinnütziger Verein unterstützt AMME e.V. die Ausbildung und Entwicklung von Musikern mit geistiger Behinderung und psychischer Beeinträchtigung. Im Rahmen eines Pilotprojektes in der Region Trier initiierte AMME e.V. im Jahr 2015 Kooperationen zwischen Musikschulen, Förderschulen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die Teilnehmer suchen sich zunächst ihr Wunschinstrument aus und anschließend kommen die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschulen, die eine spezielle Qualifizierung nachweisen können, wöchentlich in die Werkstatt und erteilen dort in Einzel- oder Gruppenschulungen den Musikunterricht.

Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren konnten mit den geförderten Maßnahmen in den vier Werkstätten der Region Trier 76 Musikschülerinnen und -schüler ausgebildet werden. Hierdurch wurde diesen jungen Menschen die Chance gegeben, Musik machen zu lernen. Und viele von ihnen haben inzwischen schon bei werkstatt- und schulinternen, aber auch in öffentlichen Veranstaltungen ihr Können vor Publikum darbieten können.

Inzwischen ist AMME dabei, die positiven Erfahrungen und Ergebnisse in andere Teile von Rheinland-Pfalz zu transferieren und hat mittlerweile Kooperationen zwischen 22 Musikschulen, 28 Förderschulen und vier Werkstätten über 600 Schülerinnen und Schüler in der Musikausbildung initiiert und gefördert. Nach dem Pilotprojekt in der Region Trier und der zwischenzeitlich erfolgten Ausweitung der Aktivitäten auf Rheinland-Pfalz wird die Ausbreitung auch in anderen Bundesländern angestrebt.

 

Zukunftsschmiede Berufsschule

Schülerinnen und Schüler, die sich für eine duale Berufsausbildung entscheiden, treffen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen in ihren Berufsschulklassen aufeinander. Berufsschulen bieten das Potenzial, diese Jugendlichen gut auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten, mit den erforderlichen Kompetenzen auszustatten und in ihrer Persönlichkeit zu stärken. Hier setzt das Programm Zukunftsschmiede Berufsschule an.

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und die Nikolaus Koch Stiftung unterstützen mit dem Programm fünf ausgewählte Projekte in Teilzeitberufsschulklassen in der Region Trier im Schuljahr 2018/2019. Am 08. November 2018 erhalten die ausgewählten Klassen im Rahmen der Jubiläumsfeier der Nikolaus Koch Stiftung den Nikolaus Koch Preis 2018, ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro für ihre Projektumsetzung, zwei Fortbildungs- und Vernetzungstage sowie fortlaufende Begleitung durch die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Die Arbeit in Projekten ermöglicht neue, praxisorientierte Spielräume für das Lernen und die Kooperation von Schulen mit Betrieben der dualen Ausbildung. Lehrkräfte können zeigen, dass sie jungen Menschen attraktive Bildungswege eröffnen und diese auch in Zukunft chancengerecht und stärkenorientiert gestalten wollen. Schülerinnen und Schüler bringen ihre Ideen und Kompetenzen ein, haben Erfolgserlebnisse und sollen Wertschätzung für ihren Einsatz erfahren. Mit Hilfe der Unterstützung des Programms sollen die individuellen Stärken und Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefördert werden.

passt! Innovative Berufsorientierung in der Region Trier

Bundesweit ist die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen überdurchschnittlich hoch. Einerseits bleiben jedes Jahr tausende Ausbildungsplätze unbesetzt, anderseits finden viele Jugendliche keine Ausbildungsstelle. Hinzu kommen die zahlreichen Studienabbrecher: fast jeder Dritte bricht in der Frühphase sein Studium ab. Die demografische Entwicklung, veränderte Bedingungen nachindustrieller Gesellschaften sowie ein massiver Wandel der Arbeitswelt stellen im Hinblick auf die berufliche Orientierung ganz neue Herausforderungen an Schulen, Jugendliche und Eltern.

Da der Schule in Bezug auf die Berufs- und Studienorientierung von jungen Menschen eine zentrale Rolle zukommt, unterstützte das Projekt „passt! Innovative Berufsorientierung in der Region Trier“ (November 2014 bis Juni 2018) zehn ausgewählte Schulen in der Region Trier dabei, innovative Gesamtkonzepte zur Berufsorientierung zu erarbeiten und umzusetzen. Den Auftakt des Programms bildete im Jahr 2016 die Verleihung des Nikolaus Koch Preises an die von einer Fachjury ausgewählten Modellschulen. Mit der Auszeichnung erhielten die Schulen unterschiedlichster Formen (Berufsbildende Schule, Förderschule, Grund- und Realschule plus, Integrierte Gesamtschule und Realschule plus) Fördermittel sowie eine fachliche Begleitung bei der Realisation ihrer Konzepte zur Berufsorientierung. So fanden jährlich zwei pädagogische Werkstätten, verschiedene bedarfsorientierte Beratungstermine in den Schulen, Qualitätszirkel mit Kooperationspartnern und Pressetermine in den Schulen statt. Den Abschluss fand „passt!“ in einer Fachtagung im Juni 2018, bei der die wichtigsten Erkenntnisse ausgetauscht und in verschiedenen Foren unter Leitung von Experten aus Wissenschaft und Praxis weiterdiskutiert wurden.

Das Programm wirkte auf den gesamten Lehrkörper und verschiedene Kooperationspartner wie lokale Unternehmen, die Arbeitsagentur sowie die Kammern. Die Schulen setzten Angebote mit Unternehmen und Berufsmessen für ihre Schülerinnen und Schüler um. Im Rahmen des Programms passt! konnten die teilnehmenden Lehrkräfte Praxiseinblicke erhalten und an unterschiedlichen thematischen Workshops teilnehmen. Die Schulen nutzten Fortbildungen, Qualitätszirkel, pädagogische Werkstätten und Besuche in den Schulen, um unterschiedliche Berufsorientierungskonzepte kennenzulernen und neue Impulse zu gewinnen. Die zunehmende Bedeutung digitaler Medien und die Wirksamkeit der eingesetzten Instrumente und Module führten zur Ausweitung des Programms auf fünf weitere Schulen.

 

Kunstfähre – Kulturagentur der TUFA

Die Begegnung mit Künsten reflektiert Lebensstile, produziert Identitätsangebote und stellt Urteilsorientierungen bereit. Studien wie die Shell-Jugendstudie bestätigen, dass individuelle kulturelle Praxis eng verbunden ist mit Erziehung und Bildung. Sie ermöglicht den Zugang zu Kunst und Kultur über soziale Grenzen hinweg und stellt sicher, dass die oben genannten Funktionen in den Lernalltag von Schülerinnen und Schülern eingegliedert werden. Vor diesem Hintergrund wird kulturelle Bildung an Schulen zu einer Notwendigkeit der ganzheitlichen Bildung von jungen Menschen.

Mit Einführung der Rheinland-Pfälzischen Ganztagsschule im Jahr 2001 formulierte die Bildungspolitik das Ziel, kulturelle Bildung für Schülerinnen und Schüler aller sozialen Schichten innerhalb eines schulischen Ganztagsprofils zu gewährleisten. Bei der Umsetzung dieses Ziels wird die Kooperation mit außerschulischen lokalen Partnern aus der Kunst- und Kulturszene vorausgesetzt.

Die Kunstfähre vernetzt in und um Trier Schulen unterschiedlichster Formen mit lokalen Künstlern, mit dem Ziel, kulturelle Bildung im Schulalltag sicherzustellen. Sie ist Netzwerk und Fachstelle für die Entwicklung und nachhaltige Verankerung künstlerischer Angebote und Programme in den Bil-dungsalltag der verschiedenen Schulen in der Region. In Trägerschaft des Tuchfabrik Trier e.V. 2008 gegründet, fungiert die Kunstfähre als Bindeglied zwischen Schulen und Kunstszene. Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene jeder Herkunft und jedweder Begabung zwischen drei und 20 Jahren und professionell arbeitende Künstler in Trier und Umgebung.

Zwischen 2008 und 2018 führte die Kunstfähre Bildungsprogramme für circa 9.000 Schülerinnen und Schüler durch. Sie vermittelt von anfänglich 30 bis hin zu aktuell 140 Wochenstunden kulturelle Bildung. Nicht selten werden Animositäten, die im Regelunterricht zwischen den Schülerinnen und Schülern entstehen, in künstlerischen Angeboten überwunden. Gerade in Bezug auf Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und Sprachbarrieren wirkt die kulturelle Bildung an Grund- und weiterführenden Schulen integrativ und inklusiv.

Mit ihrem innovativen Konzept und ihrer anhaltend erfolgreichen Arbeit erhielt die Kunstfähre über die Jahre landes- und bundesweite Anerkennung. Im Rahmen der Entwicklung des 2017 gestarteten rheinland-pfälzischen Landesprogramms „Generation K – Kultur trifft Schule“ des Kultur- und des Bildungsministeriums wurde die Servicestelle Kulturelle Bildung Rheinland-Pfalz an die Infrastruktur des Trierer Kunstfähre-Büros in der TUFA angegliedert.

 

Sozialer Frieden durch aktives Musizieren

Eine Langzeitstudie (1992 bis 1998) an sieben Berliner Grundschulen hat wissenschaftlich belegt, dass musizierende Kinder und Jugendliche ihr Sozialverhalten maßgeblich verbessern. So können äußerst positive Ergebnisse in den Bereichen soziale Kompetenz, Intelligenzentwicklung, Konzentration, Kreativität und in den allgemeinen schulischen Leistungen erzielt werden. Zudem steigert Musik und Musizieren die Lebensfreude und die Lebensqualität.

Das Projekt „Sozialer Frieden durch aktives Musizieren“ wurde mit Unterstützung der Nikolaus Koch Stiftung von 2009 bis 2015 von der Musikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich an drei Grundschulen im Landkreis Bernkastel-Wittlich durchgeführt: der Grundschule in Dreis, der St. Hubertus Grundschule in Hetzerath sowie der Grundschule Friedrichstraße in Wittlich. Zielsetzung des Projekts war es, durch gemeinsames Musizieren vor allem den Zusammenhalt zwischen den Schülerinnen und Schülern, also den „sozialen Frieden“ in der Schule, zu stärken. Konzeptionell umfasste das Projekt in den ersten beiden Schuljahren eine „Musikalische Grundausbildung“ und „Chorsingen“. Im dritten und vierten Jahr fand je nach Schule z.B. Blockflötenunterricht, Musikerziehung, Gitarrenunterricht, eine Chor-AG oder das Instrumentalspiel auf Holz- und Blechblasinstrumenten statt.

Insgesamt nahmen im Zeitverlauf ca. 90 Kinder aus den drei Grundschulen am Projekt „Sozialer Frieden durch aktives Musizieren“ teil. Aufgrund der intensiven Vorbereitung in den ersten beiden Jahren haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wesentlich bessere musikalische Grundkenntnisse als die meisten altersgleichen Kinder. Die aus dem Unterricht erwachsenen musikalischen Gestaltungen wurden im Rahmen von kleineren Aufführungen (Gottesdienste, Adventsfeiern oder Tag der offenen Tür) präsentiert, was sich auf die Kinder als motivationssteigernd auswirkte. Das Projekt hat insgesamt die Gemeinschaft der jeweiligen Klassen deutlich gestärkt.

Folgende Kompetenzen konnten bei den Schülerinnen und Schülern durch das Projekt gestärkt werden:
• Höhere Sensibilität
• Differenzierte Wahrnehmung
• Gestaltung und Ausdrucksfähigkeit
• Stimmliche Einbindung in den Gesamtklang
• Melodiesicherheit
• Musikalische Gestaltung
• Emotionale Kompetenz
• Soziale Einbindung

Chor über Brücken e.V. – gemeinsam singen

Das Trierer Projekt Chor über Brücken e.V., ist inzwischen die Grundlage einer erweiterten Kooperation zwischen der Kurfürst-Balduin-Realschule plus und der Egbert-Grundschule in Trier. Darüber hinaus richtet es sich an alle Kinder und Jugendlichen in Trier und Umgebung. So haben sich unabhängig von den beiden Schulen inzwischen weitere Chorgruppen gebildet.

Die Idee, zwei Chöre in einem gemeinsamen Chorprojekt zu vereinbaren, kam Julia Reidenbach (Projekt¬gesamtleitung) 2011, als sie den Kindern der Chor-AG an der Egbert-Grundschule in Trier-Ost erzählte, dass sie an einer Schule in Trier-West, einem sogenannten sozialen Brennpunkt, arbeite. Zunächst galt es Vorbehalte zu überwinden: Es trafen scheinbar zwei Welten aufeinander – Kinder und Jugendliche, die nichts voneinander wussten – und der Weg zueinander über die Mosel schien unüberbrückbar.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche ganz unterschiedlicher Herkunft, Religion und sozialem Hintergrund über den Weg der Musik miteinander zu verbinden und eine Umgebung zu schaffen, in der sich die jungen Menschen offen und tolerant begegnen. Der Chor bedeutet weit mehr als Singen und Tanzen. Gemeinsame Konzert- und Theaterbesuche, Chorfreizeiten, gemeinschaftliche Koch- und Filmabende sind Teil des Projekts, um ein tolerantes Miteinander zu fördern. Neben der musikalischen Arbeit hat der Chor über Brücken in den vergangenen Jahren die soziale Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen weiter ausgebaut und ist inzwischen Anlauf- und Beratungsstelle für viele private und schulische Belange.

Mittlerweile besteht der Chor aus sieben Gruppen, die sich in vier Altersstufen unterteilen lassen:
• Minichor: 23 Kinder zwischen 3 – 6 Jahren
• Kinder – und Jugendchor: 95 Kinder zwischen 6 – 12 Jahren
• Jugendensemble: 36 Jugendliche
• Lehrer- und Elternchor: 41 Personen.

Seit Gründung des Vereins finden neben den wöchentlichen Proben jährlich drei Chorfreizeiten, ein bis zwei Weihnachtskonzerte, sowie kleinere Auftritte und gemeinsame Aktionen statt. Der Höhepunkt des Jahres 2017 war im September das große Jubiläumskonzert für und mit Rolf Zuckowski vor über 3.500 Zuschauern in der Arena Trier.

Trierer Zukunfts-Diplom für Kinder

Der Lokale Agenda e.V. Trier führte das Trier Zukunfts-Diplom für Kinder im Jahr 2004 ein. Seit 1999 engagiert sich der Verein für eine nachhaltige Entwicklung in der Region Trier gemeinsam mit der Stadtverwaltung Trier, gesellschaftlichen Gruppierungen, Vereinen, Bildungseinrichtungen, Privatpersonen sowie mit Akteurinnen und Akteuren aus der Wirtschaft.

Kinder, als Erwachsene und Entscheidungsträger von morgen, sind eine besonders wichtige Zielgruppe. Ziel dieser großen, außerschulischen Veranstaltungsreihe ist es daher, Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren für ihre Zukunft und die nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich für diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten stark zu machen. Die Auswahl der Veranstaltungen, die die Kinder besuchen, ist so getroffen, dass eine große Bandbreite an entwicklungspolitischen Themen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales angeboten werden kann. Durch die Teilnahme an dem umfangreichen Veranstaltungsangebot sollen die Kinder spielerisch und kindgerecht mit den Nachhaltigkeitsaspekten vertraut gemacht werden.

Das bedeutet einen bewussten Umgang mit der Umwelt durch direktes Erfahren. Die Kinder werden nicht nur über etwas informiert, sie sehen, spüren oder schmecken im Rahmen der Veranstaltungen ihre Umwelt und lernen, dass sie diese selbst gestalten können. Nachhaltige Themen werden greifbar nähergebracht, wodurch die Bewusstseinsbildung gefördert wird. Dies eröffnet neue Sichtweisen und Erlebniswelten.

Dies ist nur möglich mit durchschnittlich rund 60 Veranstaltern pro Jahr. Eine enge Kooperation mit den Veranstaltern fördert nebenbei auch ein starkes Netzwerk an Akteuren im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Region. Die Veranstaltungsreihe findet jedes Jahr von Mai bis Oktober statt und bietet daher genug Gelegenheiten, an mindestens sechs Veranstaltungen teilnehmen zu können.

Seit 2004 haben 2.168 Kinder das Zukunfts-Diplom erhalten. Vor allem in Zukunft soll das Zukunfts-Diplom verstärkt in sozial schwachen Ortsteilen (beispielsweise an Jugendzentren) beworben werden, sodass jedes Kind an dem Programm teilnehmen und die Chance wahrnehmen kann, sein direktes Umfeld gestalten zu können.

 

Gemeinsam klasse – Inklusion macht Schule

Wie gelingt es, ein Schulklima zu schaffen, in dem Inklusion selbstverständlich ist und alle von Vielfalt profitieren? Wie können Lehrkräfte allen Schülerinnen und Schülern gemeinsames Lernen ermöglichen und zugleich jedem Einzelnen gerecht werden? Wie arbeiten multiprofessionelle Teams in der Schule erfolgreich zusammen?

Im Programm „Gemeinsam klasse – Inklusion macht Schule“ der Deutschen Kinder und Jugendstiftung (DKJS) stellten sich über einen Zeitraum von drei Jahren (2013 bis 2015) die folgenden fünf Modellschulen aus der Region Trier diesen und weiteren Herausforderungen auf dem Weg zur inklusiven Schule:

    • Bertrada-Grundschule Prüm
    • Cusanus-Grundschule Bernkastel-Kues
    • Georg-Meistermann-Grundschule Wittlich
    • Integrierte Gesamtschule Salmtal
    • Martin-Grundschule Trier

Dabei erprobten und etablierten die Schulen individuell passende Ansätze – vom Team-Teaching über jahrgangsübergreifendes Arbeiten, von der Arbeit mit Lernbüros bis hin zur Atelierarbeit. Die vier Grundschulen und eine weiterführende Schule haben sich alle zum Ziel gesetzt, inklusive Bildung im Schulalltag umzusetzen. Bei Netzwerktreffen, Fortbildungen und Hospitationsangeboten erhielten sie Gelegenheit zum praxisnahem Erfahrungsaustausch. Sie erweiterten ihr Wissen zu Themen wie „Zusammenarbeit im Team“, „Differenzierung im Unterricht“, „Widerstände im Schulentwicklungs­prozess“, „Leistungsdifferenzierung“ oder „Fundraising in der Schule“.

Erfahrene Praxiscoaches begleiteten sie in ihrem Entwicklungsprozess, um Ziele zu entwickeln und Maßnahmen umzusetzen. Die Universität Trier evaluierte das Programm unter der Leitung von Prof. Dr. Jutta Standop.

Im Rahmen dieses Programms sind zwei Publikationen entstanden, die anderen Schulen Orientierung und Anregungen für inklusive Bildung geben können. Das interaktiv gestaltete Klappbuch fasst zu den fünf zentralen Themen „Das einzelne Kind steht im Mittelpunkt“, „Inklusion ist Teamsache“, „Abgucken ist erlaubt“, „Inklusion braucht Offenheit und Transparenz“, „Kleine Schritte führen zum Ziel“ wesentliche Erkenntnisse aus den fünf Schulen und weiterführende Fragen zusammen. In der Broschüre „Vielfalt ist Klasse!“ sind Praxisbeispiele und hilfreiche Handlungsansätze für inklusive Bildung aus den Erkenntnissen der teilnehmenden Schulen beschrieben.

Sprache, Sprechen, Bildung

Frühes Lernen mit Sprache – Bewegung und Musik

Sprache ist ein zentraler Schlüssel für die Teilhabe an Bildungsprozessen. Besonders bedeutsam ist Sprachförderung heutzutage in Krippen, Kindertagesstätten und Grundschulen, die von vielen Kindern mit Migrationshintergrund besucht werden. Um die Sprachentwicklung der Kinder positiv zu unterstützen, ist es erforderlich, dass die pädagogischen Fachkräfte ihre Handlungsoptionen erweitern.

 

 

 

Nach dem christlichen Menschenbild „Keiner darf verloren gehen!“ fördert, begleitet und bildet das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD) jährlich landesweit 150.000 junge und erwachsene Menschen aus und will ihnen Orientierung und Zukunftschancen bieten.

Im Zeitraum von 2007 bis 2012 förderte die Nikolaus Koch Stiftung insgesamt drei Projekte des CJD zum Thema Sprachförderung in Krippen, Kindertagesstätten und Grundschulen unter der Bezeichnung „Sprache, Sprechen, Bildung – frühes Lernen mit Sprache – Bewegung und Musik“. Die Maßnahmen sollten insbesondere pädagogische Fachkräfte in Krippen, Kindertagesstätten und Grundschulen und deren anvertraute Kinder aus der Region Trier ansprechen. Das erste und zweite Projekt befasste sich mit der Sprachentwicklung im Kita- und Grundschulbereich, das dritte Projekt wurde zum Thema „Sprachförderung für Krippenerzieherinnen“ weiterentwickelt.
Insgesamt nahmen ca. 150 pädagogische Fachkräfte aus Krippen, Kindertagesstätten und Grundschulen an den Projektweiterbildungen teil. Die Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer entwickelten eine zusätzliche methodische Kompetenz, um Sprachförderung in ihrer Krippe, Kindertagesstätte oder Grundschule durchführen zu können.

Das neu erworbene Wissen wurde kindgerecht direkt in den Einrichtungen angewandt. Das Ziel, die Chancen der Kinder auf Bildungsteilhabe zu erhöhen, wurde durch die Verbesserung der Sprachkompetenz der Kinder erreicht, was sich beispielsweise durch die Evaluation des ersten Projektes mit sehr guten Ergebnissen im Hinblick auf die Sprachentwicklung der Kinder, belegen lässt.

Der große Diktatwettbewerb Trier schreibt!

Nachdem erstmals am 10. April 2018 knapp 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sechs regionalen Schulen bei der Premiere von Trier schreibt! mitgemacht hatten, stellten sich im Anschluss am 12. Juni 2018 neun Trierer Siegerinnen und Sieger dem überregionalen Diktatfinale in Frankfurt.

Insgesamt nahmen am Finale 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zehn Standorten teil. Der 191 Wörter-starke Text zum Thema Fußball beinhaltete 51 Hürden, ungefähr jedes vierte Wort stellte die Schreiberinnen und Schreiber vor eine kleine oder große Herausforderung – etwa „Pep“ oder „D-Zug-artig“. Die durchschnittliche Fehlerzahl lag bei 17,6 Fehlern. Der Gesamtsieger, ein Lehrer aus Hamburg, machte lediglich drei Fehler.

Unter den gekürten überregionalen Siegerinnen und Siegern zählten aus unserer Region eine Zweitplatzierte in der Kategorie der Schülerinnen und Schüler und eine Drittplatzierte in der Kategorie der Eltern (beide vom Gymnasium Saarburg).

Der große Diktatwettbewerb www.dergrossediktatwettbewerb.de will auf sportliche, heitere und lehrreiche Art und Weise für eine korrekte Rechtschreibung sensibilisieren, Sprachkultur vermitteln und die Freude an der deutschen Sprache wecken. Im Mittelpunkt stehen der korrekte schriftsprachliche Ausdruck und der Wortreichtum der Sprache.

Im Rahmen des Wettbewerbs erhalten die teilnehmenden Schulen Übungsmaterial zu den Fokusthemen Groß- und Kleinschreibung sowie Zusammen- und Getrenntschreibung.

Initiiert wurde der große Diktatwettbewerb von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, die 2011/12 den ersten Frankfurt schreibt!-Wettbewerb durchgeführt hat. Inzwischen findet er an verschieden Orten in Deutschland statt. Der regionale Diktatwettbewerb Trier schreibt! wurde erstmals im Schuljahr 2017/2018 von der Nikolaus Koch Stiftung mit Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschülern aus der Region Trier ausgetragen.

Doch am ersten Trierer Diktatwettbewerb nahmen nicht nur Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums, des Max-Planck-Gymnasiums, des Gymnasiums Saarburg, des Thomas-Morus-Gymnasiums Daun sowie des Stefan-Andres-Gymnasiums Schweich und der Berufsbildenden Schule Prüm teil, sondern auch jeweils ein Schulteam bestehend aus Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern. Das ca. 20-minütige Diktat „Die Stadtführung“ war nicht nur für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler von Trier schreibt! kniffelig. Die geringste Fehlerzahl lag beim regionalen Diktatwettbewerb bei 5 Fehlern, die höchste bei 31, was im überregionalen Vergleich ein guter Durchschnitt ist.

Siehe: Beitrag Volksfreund

„Wir wollen die korrekte Rechtschreibung in den Fokus unserer Bildungsarbeit rücken. Die Stiftung wird den Diktatwettbewerb daher auch in Zukunft fortführen.“, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Nikolaus Koch Stiftung Dr. Manfred Bitter.

Reintegration in die Zukunft (RidZ) – Palais e.V.

Schulischer Erfolg ist ein wichtiger protektiver Faktor für die gedeihliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wird die Schule aber aus Angst, wegen fehlender familiärer Strukturen oder fortwährender Frustrationserlebnisse nicht (regelmäßig) besucht, kann sich diese wichtige Schutz­funktion nicht einstellen.

Das Projekt Reintegration in die Zukunft (RidZ) ist ein individuell und ganzheitlich ausgerichtetes Projekt des Palais e.V. für schulverweigernde Schülerinnen und Schüler zur Schaffung von Zukunftsperspektiven (Laufzeit: 2006 bis 2009). Der Verein Palais e.V. ist ein gemeinnützig anerkannter freier Träger der Kinder-, Jugend- und Familien­hilfe in Trier. Das zentrale Ziel des Vereins ist die Förderung der indivi­duellen und sozialen Entwicklung junger Menschen. RidZ richtet sich an schulverdrossene und -verweigernde Schülerinnen und Schüler vorwiegend der Trierer Grundschulen, Realschulen plus und Sonderschulen sowie der Berufsbildenden Schulen, hier im Besonderen im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Im Rahmen von „Schule am anderen Ort“ werden betroffene Schülerinnen und Schüler für den Zeitraum der Projektbetreuung aus dem alltäglichen Schulbetrieb herausgelöst und am Projektstandort beschult.

Über einen Zeitraum von vier Jahren wurden 120 Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projekts betreut. 76 Prozent der Teilnehmer, also 91 Kinder und Jugendliche, konnten im Rahmen von RidZ im genannten Zeitraum wieder an das System Schule herangeführt und damit in unser Bildungssystem reintegriert werden. Das Projekt RidZ für schulverweigernde Kinder und Jugendliche wurde darüber hinaus dauerhaft etabliert. RidZ bietet somit immer noch eine feste Ressource in Trier, wenn es um das Phänomen Schulverweigerung geht.

 

START-Schülerstipendien

Unsere Gesellschaft lebt von Denkern, Gestaltern und Machern, Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Daher ist es von großer Bedeutung, jungen Zugewanderten und Migranten Bildungschancen zu ermöglichen und sie auf ihrem Lebensweg zu begleiten, damit sie gesellschaftliche Teilhabe und gerechtere Aufstiegschancen erfahren.

Im Fokus der START-Stiftung, eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie Stiftung Frankfurt, steht die Potenzialförderung talentierter Jugendlicher mit Migrationsgeschichte. Bereits seit dem Schuljahr 2006/07 unterstützt die Nikolaus Koch Stiftung über START-Stipendien Migrantinnen und Migranten aus der Region Trier, die hier ihr zweites Zuhause gefunden haben.

In den Schuljahren 2016/17 und 2017/18 richtete sich das START-Stipendium insbesondere an junge Zugewanderte und Geflüchtete, die erst seit kurzem, d. h. seit max. fünf Jahren, in Deutschland und zudem in finanziell schwierigen Verhältnissen leben. Dank der langjährigen Expertise von START konnte somit flexibel und kurzfristig auf den hohen Bedarf, ausgelöst vom massiven Flüchtlingsstrom, reagiert werden.

In der Region Trier wurden bis zum Jahr 2018 bislang 18 Schülerinnen und Schüler über eine jeweilige Laufzeit von drei Jahren auf ihrem Bildungsweg vor Ort begleitet. Die START-Stiftung unterstützt darüber hinaus nahezu deutschlandweit seit über 15 Jahren talentierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte. Mit derzeit über 700 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus 68 Herkunftsländern und den ca. 1.800 Alumni zählt das Schülerstipendienprogramm in Deutschland somit zu den größten dieser Art.

Über 97 Prozent der ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten erreichten das Abitur mit einer Durchschnittsnote von 2,1. Ein Drittel davon sogar mit einer Durchschnittsnote von 1,5 oder besser. Ca. 95 Prozent der START-Alumni entschieden sich, im Anschluss daran zu studieren. Mehr als die Hälfte der Abiturientinnen und Abiturienten erhielten ein Stipendium bei einem Studienförderwerk.

 

Der Lerntreff in der Öffentlichen Stadtbibliothek Trier

Um flexible Lernraumoptionen zu schaffen, wurde im Jahr 2014 in der Öffentlichen Stadtbibliothek Trier der Lerntreff als neues Lernraumkonzept eröffnet. Vordergründig nur ein spezielles Raumkonzept in der Bibliothek ist der Lerntreff jedoch insgesamt die Verbindung einer neuen Raumgestaltung und neuen Technologien/Medien mit einem veränderten (Bildungs-)Konzept und daran angepassten Personalstrukturen.

Hintergrund des Lerntreffs war ein Konzept des Bildungs- und Medienzentrums, das sowohl die politische und öffentliche Verantwortung für die Themen Alphabetisierung und Grundbildung aufgreifen, als auch konkrete Maßnahmen über die Volkshochschulkurse hinaus etablieren sollte. So konstituierte sich 2011 das „Trierer Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung“. Gleichzeitig wurden Projektmittel des Bundes akquiriert, u. a. um das Maßnahmenangebot für die Zielgruppe zentral und dezentral in den Stadtteilen auszubauen. Mittel der Wahl sollten Lerncafés in den Stadtteilen sein, aber auch ein zentraler Lernort für Grundbildung in der Stadtbibliothek, eben der Lerntreff.

Bis heute hat sich der Lerntreff zu einem multifunktionalen Lernort entwickelt. Intendiert als barrierearmes Selbstlernzentrum ist er heute Lernort, Tagungsort, Kursort für die Volkshochschule, Beratungsstelle, Begegnungsstätte und einiges mehr.

Täglich suchen Schülerinnen und Schüler den Lerntreff auf, um Hausaufgaben zu machen oder sich gegenseitig Nachhilfe zu geben. Neben den spontanen Besuchern arbeiten über 20 Lerntandems regelmäßig im Lerntreff. Seit 2016 kommen mehr und mehr Neuzugewanderte, die den Lerntreff zum Spracherwerb nutzen. Gerade die Zielgruppe der funktionalen Analphabeten hat zudem einen Ort gefunden, den sie ohne Stigma aufsuchen und an dem sie (unterstützt) lernen kann.

 

WillkommensKITAs

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich dafür ein, dass junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können. Dafür stößt sie Veränderungsprozesse an: in Kindergärten und Schulen, beim Übergang in den Beruf, in der Familien- oder lokalen Jugendpolitik. Das Modellprogramm WillkommensKITAs (September 2016 bis August 2018), unterstützt fünf Kindertageseinrichtungen in der Region Trier, die Kinder aus geflüchteten Familien aufnehmen. Die ausgewählten Kitas erhalten fachliche Unterstützung durch ein Einrichtungscoaching vor Ort, praxisnahen Austausch im Netzwerk und bedarfsorientierte Fortbildungen. Dabei reflektieren die Erzieherinnen und Erzieher ihre eigene Haltung und erweitern ihre Kompetenzen für den Kitaalltag mit Kindern mit Fluchthintergrund.

In WillkommensKITAs erleben alle Kinder und Eltern, dass Kinder aus geflüchteten Familien teilhaben und sich wohlfühlen können. Sie lernen im alltäglichen Miteinander, sich für Vielfalt zu öffnen und profitieren von gegenseitigen interkulturellen Beziehungen. Schrittweise entwickeln sie ihre Praxis weiter und verbessern die Qualität ihrer Angebote.

Teilnehmende Kitas:

• Katholische Kita St. Peter Bitburg
• Deutsch-Französische Kita Trier
• Kita St. Matthias Trier
• Kita Adolph Kolping Hermeskeil
• Katholische Kita St. Laurentius Waldrach

 

Deutsch für Kinder und Frauen

Beirat für Migration und Integration der Stadt Trier

Eine gute, ja möglichst perfekte Kenntnis der deutschen Sprache ist für die schulische und berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eine wesentliche Voraussetzung. Ausländische Frauen und Mütter spielen dabei in der Regel eine Schlüsselrolle. Vielfach ist es den Frauen, die häufig über eine geringe schulische Ausbildung verfügen, aus kulturellen oder religiösen Gründen nicht erlaubt, die deutsche Sprache zu erlernen. Hinzu kommt die Problematik, dass es sich oft um Mütter von kleinen Kindern handelt, die in Trier ohne die Unterstützung der „Großfamilie“ leben und denen es an einer Kinderbetreuung fehlt.

Seit 1996 unterstützt die Nikolaus Koch Stiftung den Beirat für Migration und Integration der Stadt Trier bei vielfältigen Maßnahmen und Projekten. Dabei geht es um die Interessenvertretung für circa 15.000 ausländische Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt. Ziel ist es, die Teilnahme aller Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund und aller ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner an der politischen und kulturellen Willensbildung der Stadt zu fördern und eine Kultur der Offenheit und Akzeptanz in der Gesellschaft zu schaffen.

Konkret unterstützt die Nikolaus Koch Stiftung:
• den Deutschkurs für ausländische Schulkinder (Beginn 1996)
• den Deutschunterricht für ausländische Frauen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule in Trier (Beginn 1997)
• das Pilotprojekt „Teilnahme und Teilhabe“ – Deutschkurs für Frauen mit Migrationshintergrund mit Kinderbetreuung (Beginn 2016).

Im Deutschunterricht für ausländische Frauen wurden seit 1997 im Durchschnitt ca. 80 Frauen pro Jahr unterrichtet, von denen die meisten Teilnehmerinnen anschließend auch eine Arbeitsstelle fanden. Seit Beginn des Pilotprojektes „Teilnahme und Teilhabe“ im Jahr 2016 wurden ca. 70 Frauen unterrichtet. In den Deutschkursen für Kinder im schulpflichtigen Alter nahmen im Durchschnitt ca. 40 Kinder pro Semester teil.

 

Beratungs- und Kompetenzzentrum für Hochbegabung

Als Resultat des Koalitionsvertrages des 14. Landtags von Rheinland-Pfalz (2001-2006) wurden an vier Standorten Angebote zur Hochbegabtenförderung an Gymnasien eingerichtet, darunter am Auguste-Viktoria-Gymnasiumin Trier. Gemeinschaftlich intendiert von Bildungsministerium, Schule und der Nikolaus Koch Stiftung sollte es in Trier dazu eine Begleitung aller Beteiligten geben, und zwar in Form des Beratungs- und Kompetenzzentrums für Hochbegabte unter der Leitung von Dr. Kerstin Sperber.

Das Beratungs- und Kompetenzzentrum für Hochbegabung am Auguste-Viktoria-GymnasiumTrier (AVG) in Trägerschaft des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland e.V. (CJD) war als Anlaufstelle für das Thema Hochbegabung sowie allgemein für schulpsychologische Fragestellungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrpersonen ausgerichtet. Die Arbeit des AVG wurde insbesondere auf dem Gebiet der Hochbegabtendiagnostik und Hochbegabtenförderung psychologisch-pädagogisch unterstützt. Im selben Zuge sollte Akzeptanz und Toleranz für Verschiedenartigkeit geweckt werden. Darüber hinaus wurde eine ganzheitliche Förderung aller Schülerinnen und Schüler des AVG – sowie unter der Voraussetzung freier Kapazitäten auch anderer Schulen – in ihrer kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung angestrebt.

Im Schuljahr 2005/2006 startete die erste Klasse für Hochbegabtenförderung/Internationale Schule (HBFIS) am Auguste-Viktoria-Gymnasium. Im Schuljahr 2012/2013 hat der erste HBFIS-Jahrgang erfolgreich das Abitur bestanden. Die Durchschnittsnote aller HBFIS-Schülerinnen und -Schüler lag in diesem Jahrgang bei 1,7. Alle Abiturientinnen und Abiturienten meldeten positive Erfahrungen und entscheidende Entwicklungsimpulse nicht nur im kognitiven, sondern auch im sozialen und emotionalen Bereich mit und durch HBFIS zurück. Die Hochbegabtenförderung fungiert insgesamt als Motor der Schul- und Unterrichtsentwicklung am AVG, von der die gesamte Schulgemeinschaft profitiert.

Im Projektzeitraum wurden insgesamt rund 2.000 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien und Lehrkräften begleitet. Die Projektidee lebt nach wie vor weiter. 2014 ist daraus das „KAP-Kompetenzzentrum für angewandte pädagogische Psychologie“ hervorgegangen.

 

Exzellenzhaus e.V. – „Jugend-Internet/Computer-Café“

Mit der zunehmenden Bedeutung von Multimedia und Internet hat das Exzellenzhaus Ende der 1990er Jahre mit dem „Jugend-Internet/Computer-Café“ ein innovatives Projekt für die Jugendarbeit entwickelt. Neue Begriffe wie World-Wide-Web oder E-Mail deuteten damals auf einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft hin, mit Computern – und später Smartphones – als treibende Kraft sozialer Polarisierungen. Doch nicht alle Jugendlichen haben (hatten) einen uneingeschränkten Zugang zu den neuen Medien und damit die Möglichkeit, sich die erforderliche Medienkompetenz anzueignen. Einer Spaltung zwischen „Informationseliten“ und „reinen Medienkonsumenten“ sollte mit dem Angebot entgegengewirkt sowie der in ersten Jahren noch stärker ausgeprägte geschlechterspezifische Unterschied in der Mediennutzung abgebaut werden.

Bestandteile des Projektes sind ein Jugend-Internet-Café und ein Computerspielraum mit regelmäßigen Öffnungszeiten sowie eine Computerwerkstatt (Reparaturen). Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Jugendliche aus dem sozialen Brennpunkt Trier-Nord (11-16 Jahre), Jugendliche mit Migrationshintergrund (11-16 Jahre) sowie minderjährige und erwachsene Flüchtlinge (18-25 Jahre), die im Internetcafé des Exzellenzhauses z. B. den Internetführerschein erwerben können.

Bisher wurden seit 1997 bis zum Jahr 2018 ca. 70.000 Kinder und Jugendlichen mit den oben aufgeführten Angeboten des Exzellenhauses erreicht. Davon in den letzten drei Jahren etwa 2.000 Schülerinnen und Schüler durch Internetführerscheinkurse.

Der Umgang mit digitalen Medien hat sich durch das Projekt insgesamt positiv verändert (z. B. weniger Datenweitergabe, kritische Nutzung von Spielen). Zudem ist die Partizipation von Mädchen an digitalen Medien gelungen, insbesondere bei Filmdreh und Filmschnitt. Das Verhalten gegenüber fremden Jugendlichen hat sich deutlich gebessert, da ein gemeinsames Arbeiten und Zusammensein erlernt wurde. Auch zeigt sich ein gutes Verhalten in den Räumlichkeiten des Exzellenzhauses gegenüber Gästen sowie eine Steigerung der Übernahme von Verantwortung: Die Jugendlichen dürfen das Internetcafé öffnen und schließen und sind für die Hardware und Handkasse verantwortlich.

 

Universität

LEBENDIGE GESCHICHTSFORSCHUNG IN TRIER

Gemeinsame Studierendenausbildung der Universität Trier und der Hochschule Trier

Anfang Oktober 2015 übergab die Berufsbildende Schule Wittlich eine von Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern nach Plänen des Mainzer Museums für Antike Schiffahrt gefertigte 10 m lange und 1,70 m breite Rekonstruktion eines römerzeitlichen Flussschiffes (Prahm) an die Universität Trier. Binnenfrachtschiffe dieses Typs sind für die römische Zeit im archälogischen Befund in großer Zahl nachweisbar. Einige der am besten erhaltenen Wracks stammen von den Ufern des Rheins und geben wertvolle Hinweise auf die Konstruktionen der römischen Schiffbauer. Dieser relativ einfach konstruierte und ausschließlich auf Funktionstüchtigkeit ausgelegte Schiffstyp hat sich formal bis in die heutige Zeit erhalten und bildete lange Zeit das logistische Rückgrat des Binnenfrachtverkehrs in ganz Europa.

An diesem fahrtüchtigen 1:2 Modell entwickelten die Studierenden für die besonderen Antriebsarten Treideln, Staken und Segeln des Prahms eigene Messinstrumentarien und erforschten anschließend die Leistungsfähigkeit des Schiffes und der unterschiedlichen Antriebsarten.

Das Außergewöhnliche dieses einrichtungsübergreifenden Projekts ist die Einbindung von Studierenden der Fächer Geschichte der Universität Trier und Maschinenbau der Hochschule Trier in gemeinsamen Lehreinheiten, die bei den schließlich erfolgenden Tests sogar z. T. außerhalb der üblichen Lehrveranstaltungsräume stattfand. Die Zusammenarbeit der an sich sehr unterschiedlich ausgerichteten Studierenden der beiden Fachgebiete hat so hervorragend funktionert, dass eine Reihe von Studierenden die Projektarbeit freiwillig fortsetzten. Zudem wurden erste Lehreinheiten für den Schulunterricht entwickelt und mit Schülerinnen und Schülern im Klassenraum und direkt am Prahm im Yachthafen Monaise ausprobiert.

Das Projekt hat inzwischen in verschiedener Hinsicht eine breite Öffentlichkeit erreicht: Neben der mehrfachen Präsentation des Römerschiffs beim City Campus in Trier und der Berichterstattung darüber in verschiedenen Medien wurde es 2017 am Tag der Deutschen Einheit in Mainz als Aushängeschild der Trierer Wissenschaftsallianz vor dem Rheinischen Landesmusem präsentiert. Aufgrund des großen Erfolgs dieses Gemeinschaftsvorhabens planen Universität und Hochschule Trier in enger Zusammenarbeit für die nächsten Jahre weitere Lehrveranstaltungen zu diesem Thema.

Nähere Infos zum Projekt finden Sie unter: www.roemerschiff-trier.de

 

Bee.Ed – Das Bienenprojekt

„Bee.Ed“ ist ein Wortspiel und steht als Abkürzung für „Be(e) Educated“. Das Bienenprojekt möchte bei jungen Menschen sowie bei denjenigen, die künftig junge Menschen an der Schule ausbilden und begleiten, Interesse für den faszinierenden „Superorganismus“ Biene wecken, auf dessen aktuelle Bedrohung aufmerksam machen sowie für Artenvielfalt, Naturschutz und wissenschaftliche Forschung begeistern. Das Projekt schafft eine deutschlandweit einzigartige Verbindung zwischen Bildungsangeboten für Schülergruppen, (Lehramts-)Studierende und Lehrkräfte sowie fachdidaktischer Forschung und Öffentlichkeitsarbeit im Raum Trier.

 

 

 

 

 

 

 

Der im Rahmen des Projektes auf dem Forschungsfreigelände des Campus II der Universität Trier errichtete Lehrbienenstand lädt ein, sich aktiv mit dem Thema Ökologie und Artenschutz sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung auseinander zu setzen. „Bee.Ed“ ist inzwischen fester Bestandteil der Biologielehrerausbildung an der Universität Trier. Im Rahmen einer durch studentische Initiatoren gegründeten Hochschulgruppe können sich aber auch interessierte Studierende anderer Fachbereiche aktiv einbringen und nachhaltiges Imkern erlernen. Auf einer saisonal überdachten Untersuchungsfläche haben zudem interessierte Schülerinnen und Schüler aus Schulen in Trier und der Umgebung die Möglichkeit, sich im Rahmen von unterschiedlichen Lernmodulen mit Fragen rund um die Honigbienen zu beschäftigen.

Außerdem möchte das Projekt im Rahmen von Fort- und Weiterbildungsmaßnamen auch Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher aktiv dabei unterstützen, selbst Bienen auf dem eigenen Schul- oder Kitagelände zu halten und diese in ihre Lernumgebung zu integrieren. Das Projekt wird von erfahrenen Imkerinnen und Imkern der Region begleitet und unterstützt.

 

 

 

 

 

Ergänzt wird die Bildungsarbeit durch vielfältige öffentliche Aktionen und Informationsveranstaltungen, die für einen bewussteren Umgang mit Bienen und deren Umwelt sensibilisieren sollen.

„Bee.Ed“ war im Jahr 2012 Preisträger im Wettbewerb „Deine Ideen bewegen die Zukunft“ des Landes Rheinland-Pfalz im Rahmen des EU-Projektes „Wachstum durch Innovation – EFRE“, unterstützt durch die „Lokale Agenda 21 Trier e.V.“.

TriMUN (Trier Model United Nations)

Das Model United Nations wurde von der UN initiiert und richtet sich weltweit an Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen. Die World MUN, wie sie auch genannt wird, findet jährlich bei den Vereinten Nationen in New York statt. Studierende aus der ganzen Welt simulieren dabei den internationalen Verhandlungsprozess an Hand aktueller politischer Probleme der internationalen Staatengemeinschaft.

Seit 2002 findet sich Jahr für Jahr auch in Trier eine Gruppe engagierter Studierender der Trierer Hochschulen und der Universität Luxemburg zusammen, um unter Anleitung eines erfahrenen Dozenten und Teilnehmenden der Vorjahresgruppe an TriMUN teilzunehmen. Das Projekt zielt darauf ab, seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Weltoffenheit und Verhandlungsgeschick zu vermitteln. TriMUN bietet die Möglichkeit, komplexe Sachverhalte zu aktuellen, internationalen Themen zu erarbeiten und sich in verschiedene Länder und Gebiete wie Geschichte, Geographie, Kultur, Wirtschaft, Umwelt und Wissenschaft einzuarbeiten und dazu Positionspapiere anzufertigen. Darüber hinaus stärkt und erweitert das Aufeinandertreffen von Studierenden aus der ganzen Welt die allgemeine interkulturelle Kompetenz und das Wissen um globale Zusammenhänge.

Trier Model United Nations (TriMUN) der Universität Trier kann inzwischen auf eine stolze Tradition zurückblicken und ist überaus erfolgreich: Die Trierer Delegationen erhielten in den letzten Jahren regelmäßig „outstanding“ und „distinguished awards“ für ihre Beiträge. Die Studierenden werben dabei eigenständig Spenden ein, organisieren die Reisen zu den Simulationen in Deutschland (Erfurt, Weimar, Berlin) und New York und erarbeiten einen Abschlussbericht.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite https://www.uni-trier.de/index.php?id=60990 zu finden.

PerLe – Potenziale entdecken und Leadership entwickeln

Im Mittelpunkt des Projektes „Potenziale entdecken & Leadership entwickeln“ des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Trier steht die Eignung der Lehramtsstudierenden für ihren künftigen Lehrberuf. Die Qualität unseres Bildungssystems hängt stark von den dort tätigen Akteuren ab. Das Projekt verfolgt deshalb drei bedeutsame Ziele: Interessierte am Lehramt frühzeitig über Lehramtsstudium und -beruf zu informieren, besonders geeignete Personen für diese anspruchsvolle Aufgabe zu motivieren und für ein Studium zu gewinnen und nicht zuletzt diejenigen verstärkt zu fördern, die besonders gute Dispositionen für Aufgaben pädagogischer Führung mitbringen. Innerhalb der (universitären) Lehrerbildung ist die Unterstützung von besonders begabten Lehramtsstudierenden zudem ein positiver Beitrag zum Image des Lehramtsstudiums und des Lehrerberufs.

Bei PerLe sollte die Förderung von Leadership-Kompetenzen über ein spezifisches einjähriges Enrichment-Curriculum (Potenzialanalysen und Workshops zum Lehrerhandeln) sowie über Service Learning-Projekte erreicht werden. Service Learning ist eine Methode, die praktisches gesellschaftliches Engagement mit theoretischen universitären Inhalten verknüpft. Dabei sollten sich einerseits die teilnehmenden Studierenden bereits in ihrer ersten Ausbildungsphase aktiv als Gestalter in Lehr-Lern-Prozessen erleben und andererseits die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler motiviert werden, sich gesellschaftlich zu engagieren und Verantwortung in der Gemeinschaft zu übernehmen.

In Kooperation mit Schulen der Region entstanden folgende drei Service Learning-Projekte:

Interfood
Mitglieder des Seniorenbüros e.V. und Schülerinnen und Schüler der Kurfürst-Balduin-Realschule plus Trier sollten durch gemeinsame Aktivitäten, wie Kochen oder Spiele, einen respektvollen und freundschaftlichen Umgang entwickeln. Ergänzend dazu fanden Referate zu Themen wie Nachhaltigkeit und Fair Trade statt. Die Lokale Agenda Trier 21 e.V. bot Arbeitsmaterial und Hintergrundinformationen zu den jeweils gekochten Speisen.

@LKS_Natur #Nachhaltigkeit
Schülerinnen und Schüler der 6. Klassenstufe der Lothar-Kahn-Schule in Rehlingen beschäftigten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit. Sie gestalteten Projekte ihrer Wahl, wie beispielsweise Foodsharing mit Fairteiler und dokumentierten diese mit sozialen und digitalen Medien. Unterstützung bekamen die verschiedenen Gruppen durch die Expertise der Lokalen Agenda 21 und dem Biobauernhof Marienhof aus der Region.

Straßenkind für einen Tag
Schülerinnen und Schüler der 7. Klassenstufe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Schweich beschäftigten sich mit dem Leben von Straßenkindern und Themen wie Kinderrechten, Verantwortung und Solidarität. Dafür schlüpften sie für einen Tag in die Rolle eines Straßenkindes. Durch einfache Arbeiten auf der Straße erfuhren sie, wie Straßenkinder ihr Überleben sichern und sammelten so Spenden für Straßenkinder in Mexiko. Unterstützt wurde das Projekt von terre des hommes.

Weiterführende Links:
Homepage des Projekts PerLe
Service Learning-Projekte

Stiftungsprofessur Pflegewissenschaften (Klinische Pflege)

Die Nikolaus Koch Stiftung unterstützt die Universität Trier für die Dauer von sechs Jahren mit der Übernahme einer Stiftungsprofessur für „Pflegewissenschaften“ (Klinische Pflege). Der im Jahr 2015 eingeführte duale Bachelorstudiengang verbindet ein pflegewissenschaftliches Studium inklusive gesundheitspsychologischer Inhalte mit einer an der Praxis orientierten pflegerischen Ausbildung in Krankenhäusern der Region. Die Praxisfelder umfassen die akute Pflege, die Langzeitpflege und die ambulante Pflege und beinhalten Prävention, Kuration, Rehabilitation und Palliation. Schwerpunkte der Forschung bilden gesundheits- und pflegewissenschaftliche Fragestellungen zur Versorgung von Menschen mit Demenz und zu Palliative Care im klinischen Setting. Geforscht wird dazu, wie Pflegende in verschiedenen Settings bei Menschen mit Demenz in Entscheidungen am Lebensende eingebunden sind und wie Palliative Care auf Intensivstationen umgesetzt wird.

Dabei orientiert sich der Studiengang an einem neuen Arbeitsfeld, das
– basierend auf einer berufspraktischen und akademischen Ausbildung
– durch eine aktive Begleitung des Pflegeprozesses charakterisiert ist.

Im Dialog mit den Pflegekräften werden Abläufe geprüft und gegebenenfalls korrigiert bzw. verbessert. Des Weiteren nehmen die Absolventinnen und Absolventen eine Multiplikatorenfunktion in der Praxis wahr, indem sie für den Theorie-Praxis-Transfer wie auch für Schulungen zu bestimmten pflegerelevanten Themen zuständig sind. Ebenso gehört die Pflegeentwicklung zu ihrem Aufgabengebiet, was Qualitätskontrolle und Kooperation für Forschungen im Bereich der Pflege umfasst. So garantiert der Studiengang eine ideale Verbindung von Studium und Beruf, aber auch von Berufsfeld und akademischer Forschung. Hier liegt ein großes Entwicklungspotenzial für die Kooperation zwischen der Universität Trier und den regionalen Pflegeinrichtungen.

Förderpreise „Dies academicus“

Der Freundeskreis Trierer Universität e. V. unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Trier, indem er für herausragende Promotionen den Förderpreis „Dies academicus“ vergibt. Seit 1994 stiftet die Nikolaus Koch Stiftung jährlich einen Förderpreis zusammen mit weiteren Stifterinnen und Stifter aus der Region. Zur Zeit erhalten ca. zehn Promovierte ein Preisgeld von 2.000 Euro im Rahmen des Förderpreises.

Die Preise werden zu Anfang jedes Jahres universitätsintern ausgeschrieben. Vorschlagsberechtigt sind die Gutachterinnen und Gutachter der mit Auszeichnung abgeschlossenen Promotionen (Gesamtnote: summa cum laude). Über die eingereichten Vorschläge entscheidet eine Jury.

Die Verleihung der Förderpreise findet in feierlichem Rahmen am jährlichen Dies academicus im November statt.
Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Hochschule

Dusting Karl Marx

Der Blick aufs Smartphone ist gewünscht

Anlässlich des Karl-Marx-Jahres sollte die Attraktivität des neu gestalteten Karl-Marx-Hauses und die Informationen zu den Ideen von Karl Marx insbesondere für junge und jugendliche Besucher verbessert werden. Dies sollte im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Karl-Marx-Haus, Angela-Merici-Gymnasium und Hochschule Trier, Fachbereich Informatik erarbeitet werden. Angestrebt wurde eine Erstellung von zielgruppengerechten und –ansprechenden (Unterrichts)Materialien für den Politikunterricht im Rahmen von Workshops mit Karl-Marx- Haus und Gymnasium. Dieses Projekt wurde von der Nikolaus-Koch-Stiftung entsprechend gefördert.

Nach einer Entwicklungsarbeit und regelmäßigen Zusammenarbeit testeten Schülerinnen des Angela-Merici-Gymnasiums abschließend die vom Fachbereich Informatik entwickelte App im Museum Karl-Marx-Haus.

Da es darum ging, einen altersgerechten Zugang für Jugendliche zu entwickeln, wurden die Schülerinnen durch Informatik- und Geschichtsworkshops an der Entwicklung der App beteiligt. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie: Welche Inhalte sollen vermittelt werden? Wie kann die App gestaltet werden, so dass auch Jugendliche ein Interesse haben, sie zu nutzen? Und welche Arbeit steckt eigentlich hinter der Programmierung einer solchen App?

Das Ergebnis ist ein Quiz mit dem Smartphone, das dazu einlädt, Marx-Kenntnisse als Einzelspieler oder in einer Gruppe zu beweisen.

Für BesucherInnen des Karl-Marx-Haus wird die App ab 2019 nutzbar sein. Weitere Infos: fuehrungen.kmh@fes.de.

LEBENDIGE GESCHICHTSFORSCHUNG IN TRIER

Gemeinsame Studierendenausbildung der Universität Trier und der Hochschule Trier

Anfang Oktober 2015 übergab die Berufsbildende Schule Wittlich eine von Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern nach Plänen des Mainzer Museums für Antike Schiffahrt gefertigte 10 m lange und 1,70 m breite Rekonstruktion eines römerzeitlichen Flussschiffes (Prahm) an die Universität Trier. Binnenfrachtschiffe dieses Typs sind für die römische Zeit im archälogischen Befund in großer Zahl nachweisbar. Einige der am besten erhaltenen Wracks stammen von den Ufern des Rheins und geben wertvolle Hinweise auf die Konstruktionen der römischen Schiffbauer. Dieser relativ einfach konstruierte und ausschließlich auf Funktionstüchtigkeit ausgelegte Schiffstyp hat sich formal bis in die heutige Zeit erhalten und bildete lange Zeit das logistische Rückgrat des Binnenfrachtverkehrs in ganz Europa.

An diesem fahrtüchtigen 1:2 Modell entwickelten die Studierenden für die besonderen Antriebsarten Treideln, Staken und Segeln des Prahms eigene Messinstrumentarien und erforschten anschließend die Leistungsfähigkeit des Schiffes und der unterschiedlichen Antriebsarten.

Das Außergewöhnliche dieses einrichtungsübergreifenden Projekts ist die Einbindung von Studierenden der Fächer Geschichte der Universität Trier und Maschinenbau der Hochschule Trier in gemeinsamen Lehreinheiten, die bei den schließlich erfolgenden Tests sogar z. T. außerhalb der üblichen Lehrveranstaltungsräume stattfand. Die Zusammenarbeit der an sich sehr unterschiedlich ausgerichteten Studierenden der beiden Fachgebiete hat so hervorragend funktionert, dass eine Reihe von Studierenden die Projektarbeit freiwillig fortsetzten. Zudem wurden erste Lehreinheiten für den Schulunterricht entwickelt und mit Schülerinnen und Schülern im Klassenraum und direkt am Prahm im Yachthafen Monaise ausprobiert.

Das Projekt hat inzwischen in verschiedener Hinsicht eine breite Öffentlichkeit erreicht: Neben der mehrfachen Präsentation des Römerschiffs beim City Campus in Trier und der Berichterstattung darüber in verschiedenen Medien wurde es 2017 am Tag der Deutschen Einheit in Mainz als Aushängeschild der Trierer Wissenschaftsallianz vor dem Rheinischen Landesmusem präsentiert. Aufgrund des großen Erfolgs dieses Gemeinschaftsvorhabens planen Universität und Hochschule Trier in enger Zusammenarbeit für die nächsten Jahre weitere Lehrveranstaltungen zu diesem Thema.

Nähere Infos zum Projekt finden Sie unter: www.roemerschiff-trier.de

 

Projekt proTRon

Bereits seit 2006 entwickeln Studierende der Fachbereiche Technik, Informatik und Gestaltung der Hochschule Trier im Rahmen des Projekts proTRon energieeffiziente Fahrzeuge. Die Nikolaus Koch Stiftung unterstützt das Projekt von Beginn an durch verschiedene finanzielle Zuschüsse zur Entwicklung und Weiterentwicklung der Fahrzeuge, die beispielsweise zuletzt 2017 für die Fertigung von Laminierformen für die Fahrgastzelle des proTRon EVOLUTION eingesetzt wurden.
Dabei werden den Studierenden zukunftsträchtige technische Bereiche wie Leichtbau, Brennstoffzellentechnik, elektrische Antriebe und die zugehörigen Vorgehensmodelle der Software-Entwicklung in einem automotiven Entwicklungsprozess veranschaulicht und in der Praxis zugänglich gemacht. Durch den Einsatz von problem-based-learning-Methoden erarbeiten sich die Studierenden ihre Schlüsselqualifikationen selbst und werden dabei von den im Projekt engagierten Professorinnen und Professoren intensiv betreut. Neben den technisch innovativen Themengebieten fördert das Projekt individuelle Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Sozial- und Führungskompetenz. Das Projekt, das wie ein studentisches Unternehmen organisiert ist, umfasst inzwischen ca. 50 Studierende. Auch die Bereiche Marketing, Projektmanagement, Organisation und Finanzierung sind Bestandteile des Projekts.
Aktuell arbeiten die Studierenden im Projekt proTRon an der Entwicklung eines energieeffizienten Nahverkehrsfahrzeugs. Der EVOLUTION wird inkl. Akku ein Gesamtgewicht von nur 550kg erreichen und dabei die selbe Crashsicherheit wie ein heutiger Kleinwagen vorweisen. Mit einer Reichweite von mindestens 100km und einer Höchstgeschwindigkeit von 100km/h ist er für Pendlerstrecken aus dem ländlichen Raum in Städte gedacht. Um das ehrgeizige Gewichtsziel einhalten zu können, wird überwiegend mit Naturfaserverbundwerkstoffen gearbeitet, die große Vorteile bezüglich der erforderlichen Gesamtenergie im Vergleich zu Kohlefaser (Carbon) vorweisen können.

Die proTRon-Fahrzeuge waren von Anfang an beim internationalen Shell Ecomarathon regelmäßig sehr erfolgreich: So erreichte das Prototypenfahrzeug proTRon III im Jahr 2011 umgerechnet 3.465 km Reichweite mit einem Liter Superkraftstoff. Das 2-sitzige Fahrzeug proTRon AERIS belegte mit umgerechnet 2.071 km pro Liter Superkraftstoff den ersten Platz in seiner Klasse und stellte mit einem CO2-Ausstoß von nur 1,97 g/km im Jahr 2011 einen neuen Weltrekord auf.

 

Bauindustrie 4.0

Digital gefertigte Prototypen als wirkungsvolles digitales Instrument in der Architekturlehre

Mit dem Ausbau des Labors für Digitale Fertigung (DigiLab) stellt sich die Fachrichtung Architektur einer der zentralen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit, der Digitalisierung der Arbeitswelt.

In der Architektur und Bauindustrie, in der der Computer seit Ende der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhundert nicht mehr wegzudenken ist, stehen fundamentale Veränderungen in den Arbeitsprozessen unmittelbar bevor. Ein wesentlicher Aspekt ist die traditionelle Trennung von Planung und Fertigung, bei der die Architektenzeichnungen vor der Umsetzung von Fachleuten in Produktionsinformationen übersetzt werden. Innerhalb der digitalen Kette produzieren Fertigungsmaschinen direkt mit der Information der Architekten konstruktive Komponenten.

Deshalb werden von der Architektin und dem Architekten der Zukunft Wissen und Fähigkeiten im Bereich der digitalen Fertigung abverlangt. Darauf werden die Studierenden in der Fachrichtung Architektur über ihre Arbeit im DigiLab vorbereitet. Durch die Förderung der Nikolaus Koch Stiftung für einen großformatigen Lasercutter konnte das DigiLab zu einem zeitgemäßen Fertigungslabor im Sinne eines Labors für Fabrikation FabLab umstrukturiert und maßgeblich erweitert werden.

Im Labor, das jetzt ein zusätzliches Fertigungsstudio umfasst, wird beispielhaft das praxisorientierte Arbeiten mit großmaßstäblichen Prototypen erprobt. Hierzu konnten weitere Finanzmittel der Nikolaus Koch Stiftung genutzt werden.

Im Studiobetrieb wird seit dem Sommersemester 2018 mit dem Großgerät entwickelt, entworfen und produziert. Architekturstudierende erfahren die unmittelbare inhaltliche und räumliche Verbindung von BIM-Planungsmethoden und Architekturproduktion.

Aufbau eines Labors für Biomechanik

Im neuen Studiengang Sport- und Rehatechnik baut der Fachbereich Technik an der Hochschule Trier im Rahmen der Vorlesung Biomechanik und Fertigungstechnik ein Biomechanik Labor auf. Damit soll es künftig möglich sein, medizintechnische Geräte für Sport und in der Rehabilitation zu entwickeln. Aber auch im industriellen Alltag sind Hilfseinrichtungen für anspruchsvolle Montagen (z. B. Überkopfmontagen) auf dem Vormarsch. Optimal ist deren Einsatz dann, wenn diese Einrichtungen individuell an den Menschen und an die Arbeitssituation oder Rehasituation angepasst sind. Damit künftige Ingenieure, die an der Schnittstelle mit Medizinern und Ergonomiespezialisten arbeiten, derartige Einrichtungen entwickeln können, muss der betroffene Mensch und seine biomechanischen Belastungen und Dimensionen analysiert werden. Dazu ist eine entsprechende Ausbildung, Ausstattung und Einrichtung erforderlich.

Dies wird insofern immer wichtiger, da der Kostendruck im Gesundheitswesen zunimmt. Des Weiteren wird es auf Grund unseres demographischen Profils in Deutschland – und nicht nur dort – erforderlich sein, die Arbeitnehmer länger als bisher zu beschäftigen. Bereits heute verdoppeln sich die Reha- und Klinikaufenthalte bei über 50-jährigen gegenüber Arbeitnehmern unterhalb dieser Altersgrenze. Will man Beschäftigte länger eine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit ausüben lassen, muss man früher und gezielter Belastungen aus dem Arbeitsalltag und damit Verschleiß entgegenwirken. Dazu ist es erforderlich, Arbeitsplätze frühzeitig zu optimieren und Entlastungshilfen (z. B. Exoskelette) zu entwickeln und im industriellen Umfeld zu erproben und einzusetzen.

In der Vorlesung Biomechanik wird dies gut deutlich. In den Abbildungen sind Studierende bei der Nutzung des beschafften Systems bei einfachen Verrichtungen (wie Heben, Gehen, etc.) zu sehen.

Die Studierenden können mittels Kraft- und Druckmessungen des von der Nikolaus Koch Stiftung finanzierten MEDILOGIC-Systems sowie Videoanalysen Bewegungen und Winkel aufnehmen, analysieren und für Berechnungen heranziehen. Diese sind dann die Grundlage für spätere Orthesen-, Prothesen- oder Exoskelettentwicklungen oder andere medizin- und sporttechnische Geräte.

 

Erstausstattung „Games-Lab“, Intermedia-Design

Um an der Hochschule Trier den Studierenden im Bereich „Games“ Fallbeispiele in der Lehre anschaulich und interaktiv vermitteln zu können sowie studentische Projekte auf medialer Ebene zu unterstützen, werden sowohl Rechner mit hoher Leistung als auch aktuelle Spielekonsolen und mobile Endgeräte benötigt. Die Anschaffung dieser wurde maßgeblich dank der Unterstützung durch die Nikolaus Koch Stiftung möglich.

Eine ausgeprägte Rechenleistung wird vor allem (aber nicht ausschließlich) für den Teilbereich Virtual Reality benötigt, da entsprechende interaktive Anwendung auf diesem Gebiet hohe Anforderungen an die Hardware stellen, um in Echtzeit abgespielt werden zu können. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Virtual Reality-Anwendungen nicht nur ein Bild in hoher Auflösung, sondern zwei hochauflösende Bilder (pro Auge je eines) berechnen müssen, um einen entsprechenden dreidimensionalen Effekt erzielen zu können. Weiterhin ist eine hohe Bildwiederholfrequenz erforderlich, um sowohl die Immersion zu verstärken, als auch das bei manchen Menschen aufkommende Gefühl der sogenannten „Motion Sickness“ zu minimieren.

Virtual Reality ist hierbei nicht nur im Kontext der Videospiele zu betrachten, sondern auch in anderen Bereichen wie beispielsweise medial aufbereiteten Museumsinstallationen oder CAD-Anwendungen in der Automobilindustrie.

Im Bereich Game-Design kommen die Spielekonsolen zu tragen, da diese sowohl als Abspielgerät für konsolenexklusive Titel benötigt werden, als auch teils außergewöhnliche Eingabemethoden und Bedienkonzepte verfolgen, die den entsprechenden Applikationen zuträglich sind. Um den Studierenden diese Eingabemöglichkeiten adäquat vermitteln zu können, ist es notwendig, dass die Studierenden selbst mit den Applikationen interagieren und dabei die angemerkten Möglichkeiten erfahren und ausgiebig testen können, um so ein besseres Gefühl für die Vor- und Nachteile sowie mögliche Anknüpfungspunkte für eigene Projekte zu erhalten.

Die mobilen Endgeräte bieten einen weiteren interessanten Aspekt: Kurzweiliges Interagieren mit Applikationen von überall und zu jeder Zeit. Im Gegensatz zu stationären Rechnern und Konsolen ist die Interaktion und Erwartungshaltung mit mobilen Endgeräten eine völlig andere. Im Gegensatz zu stationären Geräten (Rechner, Konsole) sind Nutzer von mobilen Endgeräten es gewohnt, eine mobile Applikation für nur wenige Minuten oder Sekunden zu nutzen und das Gerät anschließend wieder in den Standby-Modus zu versetzen. Die einzelnen Applikationen sind dabei hochspezialisiert, um den Nutzer so direkt wie möglich zum Ziel zu führen und möglichst wenig Zeit mit Input seitens des Nutzers zu verbringen, sondern stattdessen hochwertigem Output seitens der Applikation in den Vordergrund zu stellen. Dieser teils extrem kurze Interaktionszeitraum durch den Nutzer stellt die Studierenden vor die Herausforderung, einerseits die Interaktion mit der Applikation so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten, andererseits den Nutzen bzw. die Attraktivität auf einem hohen Niveau zu halten.

Weiterhin können in Bezug auf Messeauftritte und Präsentationen durch den Studiengang alle drei Gerätetypen unterstützend genutzt werden. Sowohl stationäre Rechner als auch Konsolen können verwendet werden, um im Studiengang entstandene Spiel-, Installations- und Industrieapplikationen sowie Filmproduktionen zu präsentieren bzw. für den Rezipienten interaktiv erfahrbar zu machen. Die mobilen Geräte können, zusätzlich zur Präsentation von mobilen Applikationen, vor allem zur effizienten Vermittlung von Informationen an Interessenten sowie zur gezielten Aufnahme von Daten genutzt werden.

Schallschutz im Hochbau

Norm-Trittschallhammerwerk zum Aufbau eines Schalllabors für Architektur und Bauingenieurwesen

Die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ stellt Anforderungen an den Schallschutz in Gebäuden aus öffentlich-rechtlicher Sicht, um sicherzustellen, dass die Bewohner der Gebäude keinen Schaden an Leben und Gesundheit erleiden und vor unzumutbaren Belästigungen geschützt sind. Um die Anforderungen der DIN 4109 in der Praxis kontrollieren zu können und Bauteile im Detail auf die schalldämmende Wirkung untersuchen zu können, werden diverse Messgeräte wie Frequenzgeneratoren, Schalldruckmessgeräte und Norm-Trittschallhammerwerke verwendet.

Das Norm-Trittschallhammerwerk ist ein geeichtes Anregungsgerät zur Messung des Trittschalldämmmaßes von Deckenbauteilen nach DIN EN ISO 16283. Dabei wird die zu prüfende Decke mit dem Hammerwerk in Schwingung versetzt. Im Empfangsraum wird der erzeugte Körperschall von allen raumumschließenden Bauteilen als Luftschall abgestrahlt und messtechnisch erfasst. Aus diesen Messwerten ist es möglich, die Dämmwirkung eines Deckenbauteils zu ermitteln.

Das Norm-Trittschallhammerwerk ergänzt die bestehende Messtechnik von Frequenzgenerator, Dodekaeder-Lautsprecher sowie Schalldruckpegelmessgerät und ermöglicht nun vollumfängliche schallschutztechnische Untersuchungen von Bauteilen zur Bestimmung des Luftschall- und Trittschalldämmmaßes.

Die Messtechnik wird interdisziplinär von den Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen in Vorlesungen der Bauphysik eingesetzt. Mithilfe der Messtechnik können den Studierenden anschaulich die komplexen physikalischen Zusammenhänge des Luft- und Körperschalls sowie der Messvorgang an sich erläutert werden. Des Weiteren wird die Messtechnik von Studierenden in Projekten und Abschlussarbeiten verwendet.

Auf Basis der mit Unterstützung der Nikolaus Koch Stiftung neu erworbenen Messtechnik soll ab dem Wintersemester 2018/19 ein Schalllabor an der Hochschule Trier eingerichtet werden, in welchem einzelne Bauteile unabhängig von äußeren Einflüssen untersucht werden können.

Zurück
NKS