NKS

Niedrigschwellige Unterstützung von Familien mit Migrationshintergrund durch Bildungs- und Integrationslotsinnen in Trier

Der vom Diakonischen Werk im Mai 2021 vorgelegte Zwischenbericht zum Projekt „MABIL – Migrantinnen als Bildungs- und Integrationslotsinnen“ belegt – gerade auch in Pandemiezeiten – die Notwendigkeit niedrigschwelliger Unterstützung in Bezug auf Bildungsfragen für Familien mit Migrationshintergrund. Im ersten Jahr des von der Nikolaus Koch Stiftung initiierten und unterstützten dreijährigen Projekts konnten bereits einige Familien von den Bildungsberaterinnen umfassend unterstützt werden.

Das Ziel des Projektes ist es, Kindern und Jugendlichen in der Stadt Trier bessere Bildungschancen zu vermitteln, die Eltern bei ihrer Erziehungsverantwortung zu begleiten sowie die ganze Familie über ein niedrigschwelliges Familienbildungsangebot in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Frauen, die selbst einen Migrationshintergrund aufweisen, gute Deutschkenntnisse besitzen und bereits über eine Integrationserfahrung verfügen, beraten Familien als häusliche „Bildungsberaterinnen“.
Nach erfolgreicher Ausschreibung startete das Diakonische Werk im Februar 2020 das Projekt mit den Vorbereitungen zur Rekrutierung der Bildungsberaterinnen. Zunächst wurden vier Frauen aus den Herkunftsländern Syrien, Afghanistan und Somalia mit den Muttersprachen Arabisch, Kurdisch, Dari und Somalisch als Bildungs- und Integrationslotsinnen eingestellt. Anfängliche Startschwierigkeiten durch die Coronapandemie im Frühjahr 2020 konnten schnell behoben werden. Die ersten Begleitungen wurden bereits nach den Sommerferien vermittelt.
Die Familien bekommen nun regelmäßige Unterstützung bei Gesprächen mit der Schule, auszufüllenden Formularen und Anträgen oder bei der Begleitung zu Arztterminen. Insbesondere Homeschooling und Distanzunterricht stellen für migrantische Familien eine hohe Belastung dar. Durch die Organisation entsprechender Nachhilfeangebote konnten die Beraterinnen an dieser Stelle eine wichtige Hilfestellung bieten. Neben festen Begleitungen der Familien unterstützen die Lotsinnen auch spontan als Mittlerinnen zwischen Eltern und Schule sowie Ehrenamtlichen, wenn es um spezielle Fördermöglichkeiten und Unterstützungsbedarf der Kinder geht.

Vor ihrem Einsatz absolvieren die Bildungs- und Integrationslotsinnen eine kompakte Schulung in Bildungs- und Erziehungsaufgaben- sowie Gesprächsführungstechniken. Darüber hinaus werden sie sozialpädagogisch begleitet und fortgebildet. Für ihre Arbeit erhalten die Bildungsberaterinnen eine monatliche Entlohnung auf Tarifbasis.
Um den weiteren Bedarf in der Stadt Trier zur Unterstützung migrantischer Familien zu decken, ist die Anstellung einer zusätzlichen arabischsprachigen Beraterin sowie einer Beraterin aus dem (süd-)osteuropäischen Sprachraum geplant.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie unter nachfolgendem Kontakt:
Diakonisches Werk
Frau Andrea Kockler
E-Mail: kockler@diakoniehilft.de

NKS